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Der SV Allenstein 1910 war ein deutscher Sportverein aus Allenstein in Ostpreußen, das heute zu Polen gehört.

Geschichte und sportliche Entwicklung Bearbeiten

Nach einem kurzlebigen Vorläufer, dem 1907 gegründeten Fußballklub Allenstein, bekam die ostpreußische Kreisstadt am 11. Mai 1910 mit der Gründung des Sportvereins Allenstein 1910 einen Club mit Bestand. In der Zwischenzeit war nur an den höheren Schulen der Stadt gekickt worden: Mit dem Gymnasialfußballklub und dem Fußballklub der Oberrealschule waren dort regelrechte Schülervereine entstanden, die beide im neu gegründeten Sportverein aufgingen und erheblich zu den Anfangserfolgen beitrugen. Der Verein, der seine Heimspiele auf dem Kasernenhof austrug, etablierte sich recht schnell und erreichte von 1910/11 bis 1912/13 dreimal hintereinander die Balten-Endrunde. Dabei erreichte er zweimal das Halbfinale.

Es folgte eine lange Durststrecke, die nicht allein mit dem Ersten Weltkrieg zusammenhing: Mit dem späteren Militärsportclub SV Hindenburg Allenstein hatte man örtliche Konkurrenz bekommen, die dem Sportverein 1910 schnell den Rang ablief. Erst ab 1933 mit der Einführung der Gauligen rückte der SV 1910 wieder mehr ins Blickfeld, als er mehrmals die Erstklassigkeit erreichte, aber immer schon nach einer Saison wieder abstieg. In der Spielzeit 1939/40 kickte man ein Jahr lang als SG Allenstein zusammen mit dem anderen Lokalrivalen Viktoria Allenstein in der höchsten Klasse. Bei Kriegsende 1945 erlosch der Verein.

Neben dem Fußball spielte der Verein in der Anfangszeit Faustball und wurde 1912 in dieser Disziplin sogar ostpreußischer Meister. Während der gesamten Dauer seiner Existenz wurde auch erfolgreich Leichtathletik getrieben. Bekanntester Athlet war der damalige Weltrekordler im Kugelstoßen, Emil Hirschfeld, der nach seiner Militärzeit Mitglied des Vereins wurde; durch ihn errang der SV 1910 zahlreiche Erfolge in den Wurfdisziplinen.

Spielstätte: Kasernenhof

Quellen Bearbeiten

  • Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs 7. Vereinslexikon. Agon-Sportverlag, Kassel 2001, ISBN 3-89784-147-9.
  • Anton Funk: „Geschichte der Stadt Allenstein 1348-1943“.